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ganz den runden Blechlöffeln entsprechend, die man vielfach auf dem Lande
antrifft, lagen überall gleichsam zerstreut um die grösseren Gefässe.
Alle Gefässe waren sehr sorgfältig in die Erde gestellt, die hohen mit Sana
vollgefüllt und mit der Oeffnung nach unten gesetzt, sie erhielten sich so
besser, indem das Regenwasser in sie nicht einsickern konnte; die flachen Schüsseln
und Schalen waren in einander gelegt, aber durch eine dünne Sandschicht ge-
schieden und dann in ein grösseres Gefäss gethan; dieses Gefäss war wiederum,
wie die Aschenurnen, zugedeckt. In einem grossen Gefässe befanden sich mehr
als 10 Teller.
Der Sand, welcher den flachen Gefässen gleichsam als Emballage diente,
hatte eine röthliche Färbung, während der Sand des Grabes viel heller war; eı
fühlte sich auch etwas klebrig an. Anscheinend dienten alle diese Gefässe zum
Leichenschmause und wurden nach dem Gebrauche ungewaschen in das Grab
gestellt,
Unter den Vasen dieses Grabes ist eine dadurch merkwürdig, dass sie auf
dem Bauche vier Zeichnungen hat, die annähernd die Form eines Gesichtes
haben. Diese Zeichnungen bestehen nehmlich aus einer knopfartigen Erhöhung.
um welche die Vasenfläche etwas eingedrückt ist; ein erhöhter Rand umschliessı
im Halbkreise die eingedrückte Fläche, etwa wie der untere Rand, der Stirn,
Nase und Augen umschliesst. Zur Erhöhung dieses Eindrucks ist der erhöhte
Halbkreis mit Punkten und Strichen versehen, welche die Augenbrauen andeuten.
Der Inhalt der anderen 7 Gräber war ähnlich, daher will ich diese nicht
einzeln beschreiben, sondern erwähne nur die merkwürdigsten Funde. In
einem Grabe fand sich ein Kelch, der ohne Drehscheibe roh geformt erscheint
und schwach gebrannt ist. Seine Höhe beträgt 11 cm, der Durchmesser der
Deffnung etwa 9 cm; er ist flach, wie eine Schale, da seine Tiefe kaum 2 cm
beträgt, der Fuss ist 4 cm dick.
Ein anderes merkwürdiges Gefäss war ein Dreifuss, wie man sie häufig auf
dem Lande zum schnellen Kochen antrifft, nur sind die letzteren aus Gusseisen.
Dieser vorgeschichtliche Dreifuss (Kasserolle) lag mit den Füssen nach oben
als Decke eines grossen Gefässes, das voll von Tellern und Schalen war. Der
Durchmesser der Oeffnung betrug bei dem Dreifuss 18 cm, die Höhe der Füsse
etwa 5 cm. Leider war er unter der Last des auf ihm ruhenden Pflastersteines
in das Gefäss eingedrückt, so dass nur die Füsse und einige Scherben geretteil
werden konnten. Zum Kochen scheint er übrigens nicht eingerichtet gewesen zu
sein, da er zu niedrig war: der Boden war auch gar nicht von aussen schwarz
angebrannt.
Nun noch einige Worte über die Reichhaltigkeit des Gräberinhalts. In dem
grössten Grabe trafen wir ungefähr 30 verschiedene Gefässe, in den 7 anderen
durchschnittlich je 10, so dass wir ungefähr 100 Gefässe in den Gräbern gefunden
haben, aber von diesen liessen sich nur 23 vollständig ganz herausheben, die
anderen waren meistens schon im Grabe zerdrückt, einige zerfielen beim Heraus-
heben. Die Zahl der Aschenurnen schwankt zwischen 5 und 2 in einem Grabe.
Die anderen Cefässe waren leer und anscheinend nach dem Gebrauch beim Leichen-
schmause in das Grab gestellt. Da aber die Urnen mit den Knochenresten meist
dieselbe Gestalt haben, wie die grösseren leeren Gefässe, so muss man annehmen,
dass auch die Aschenurnen nicht speciell für die Begräbnisszwecke hergestellt.
sondern einfach dem täglichen Gebrauche entnommen waren.
Öberlehrer Dr. Legowski in Wongrowitz.