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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 102.1977

  
178 Günther Hartmann 
' Museum of Northern Arizona, Flagstaff 
In über 2000 m Hóhe liegt Flagstaff. Das sehenswerte Museum of Northern Ari- 
zona erstreckt sich wenige Meilen auBerhalb der Stadt. Es wurde 1928 durch den 
aus Pennsylvania kommenden Zoologen Harold S. Colton gegründet. Seinen Na- 
men trágt heute ein dem Museum angegliedertes Forschungszentrum. 
In diesem regionalen Privatmuseum sind die Bestánde und Ausstellungen 
weitgehend auf Naturgeschichte (Geologie, Biologie, Paläontologie), Archäologie 
und Ethnologie Arizonas und der unmittelbaren Umgebung ausgerichtet. 
In der Biologischen Abteilung werden jene Vorgänge bildlich und schematisch 
dargestellt, die zur Ausbildung und Entstehung der Umwelt, der Flora und Fauna 
Arizonas führten. Fossile Pflanzen, Spuren und Reste prähistorischer Lebewesen, 
die in der weiteren Umgebung gefunden wurden, sind ausgestellt und leiten über 
zur Präsentation verschiedener geologischer Formationen (Grand Canyon, Painted 
Desert usw.). Diese erdgeschichtlichen Phasen werden ebenso ausführlich erläutert 
wie andere Erscheinungen unseres Planeten (Petrified Forest, Sunset und Meteor 
Craters usw.). 
In der Archäologischen Abteilung wird anhand von Dioramen und Artefakten 
die Entwicklung prähistorischer Indianergruppen im Südwesten dargestellt. 
Gerätschaften und Kunsthandwerk der heutigen Indianer Arizonas bilden den 
Inhalt weiterer Vitrinen innerhalb der Ethnologie. Von besonderem Interesse sind 
dabei gewebte Wolldecken der Navaho, Navaho -Silberschmuckarbeiten, die 
Nachbildung einer Hopi-Kiva und zahlreiche ältere Hopi-Kachinas. Die Wände der 
Kiva bestehen aus bemalten Originalmauern einer Kiva aus Awatowi, einem Rui- 
nenort in der Nähe von Keams Canyon. Die Bemalung der Mauern wurde erst 1936 
während einer Grabungsarbeit des Peabody Museums, Cambridge, entdeckt. Man- 
che amerikanischen Archäologen nehmen an, daß die Sandmalereien der Navaho 
von diesen Kiva-Malereien der Pueblo-Indianer abstammen. 
Recht umfangreich sind auch die Sammlungen von Sandmalereien der Nava- 
ho; ich erwähne nur die Gladys A. Reichard-Kollektion, die Katherine M. Harvey- 
Sammlung und die von Leland C. Wyman. 
Heard Museum of Anthropology and Primitive Art, Phoenix 
Auf dem Siedlungsboden der altindianischen Hohokam-Kultur, im Tal des Salt 
River, liegt die größte Stadt Arizonas, Phoenix. Neben den einige Kilometer außer- 
halb der Stadt sich erstreckenden Hohokam-Ruinen, die in anderem Zusammen- 
hang und an anderer Stelle behandelt werden, und der 1972 neu gestalteten Civic 
Plaza im Zentrum der Stadt ist vor allem das Heard Museum of Anthropology se- 
henswert. 
Das im original spanisch-kolonialen Stil erbaute Museum wurde im Jahre 1929 
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und umfaßte damals die Kollektionen der 
Gründer Maie und Dwight B. Heard. Die Sammlungen haben sich in den letzten 
Jahrzehnten erheblich vergrößert und zählen heute mehr als 50000 katalogisierte 
Objekte. Wenn auch das Hauptgewicht der Kollektionen in den Kulturen des Süd- 
westens liegt, so sind doch auch andere Erdgebiete mit bemerkenswerten Bestän- 
den vertreten. 
Die ersten Räume des Erdgeschosses zeigen die verschiedenen Kulturen des 
amerikanischen Südwestens. Bei der Darstellung der Völker des Hochlandes wer- 
 
	        
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