Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 69/70.1937/38

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
   
     
  
  
  
  
  
   
     
    
    
  
416 : Sture Lagercrantz: 
Wenn wir von ein paar archäologischen Belegen absehen, wird das 
Stachelarmband zunächst bei den Bariba!) und den Gurunsi?) angetroffen, 
woran sich noch das Vorkommen bei den Moba anschließt?). Cardinall 
bemerkt, die Moba tragen „on the right hand a sharply pointed knuckle- 
duster, und schon Frobenius hat hervorgehoben, daB ein Mobamann 
absolut einen Schlagring — dunken — zu seiner Tanztracht haben muB*)- 
Hierzu kommen ein paar Belege von Senegal. Raffenel beobachtete nüm- 
lich, wie die Bevólkerung in Bondu und die Fulbe zwischen Faleme 
und Gambia einen schweren Kupfer- oder Eisenring am rechten Handge- 
lenk trug ,,und hier und da grob zugeschnitzelt, dient er mehr zur Waffe 
als zum Sehmuck?)". Die Angabe scheint recht eigentümlich, wird aber 
bestätigt von Doelter, der beschreibt wie die Mandingo im Kabugebiet 
Ringe ,,mit pyramidalen, stachelfórmigen Erhóhungen'' verfertigen, die 
dann als Waffen angewendet werden$). 
Der Schlagringtyp, mit dem wir uns hier beschäftigen, ist auch in 
Benin vertreten (wo er aus Bronze hergestellt war)') und ebenso, wenn- 
gleich in sehr sekundárer Form, in Biskra. In Biskra heit der Schlagring 
übrigens souaq5). Was Benin anbelangt, so ist der Schlagring allem 
Anschein nach äußerst selten gewesen, so weit ich ersehen kann, wird er 
in der übrigen Beninliteratur nicht erwähnt. 
Bevor wir weitergehen zu den archäologischen Belegen, kann es an- 
gebracht sein, die Schlagringe zu nennen, die bei den Haussa — und zwar 
speziell den Magazawa — angewendet worden sind, wie auch die Art und 
Weise in der sie benutzt wurden. Die Anwendung war nämlich in der 
Hauptsache mit Zeremonien verknüpft, die einen magischen oder religiösen 
Charakter hatten. 
Tremearne beschreibt, wie „in the koraiya, a Magazawa contest, 
each arm was encased in leather, and an iron weapon, in shape something 
like the rim of a pulley-wheel, was placed upon each wrist, . . . Two youths 
then attended each other, and, if both were expert, each would prevent 
the other from touching him with the weapon, or if he had plenty of ma- 
gani (medicin) he would not be hurt even if he were struck°)“. Palmer hat 
sich mit dem Wort bori und dessen Etymologie beschiftigt. Er schreibt 
,another Hausa-word that contains the same idea as bori is the word 
baura. A baura is a metal bracelet with two sharp rims like flanges 
worn on the wrist by players at the game called baura (now practically 
obsolete)‘. Weiter wird der religiöse Charakter dieses Spieles hervor- 
gehoben, daß es mutmaßlich mit den Einweihungszeremonien zusammen- 
gehängt habe, und daß es mit dem Fulanispiel sharro (oder shadi) ver- 
wandt ist!°). Von größtem Interesse ist es da, daß ein Schlagring von 
dem hier beschriebenen Typ archäologisch von Nubien belegt ist!!), was 
darauf hindeutet, daß die baura-Zeremonie ein verhältnismäßig hohes 
Alter gehabt haben kann. 
Auch bei den Kyanga und Shanga kommt die baura-Zeremonie vor, 
aber die Schlagringe, welche angewendet werden, sind dort von Stachel- 
armbandtyp und werden bagussa („thing to cause fear‘) genannt. Von 
  
1) Menjaud, S. 38 (Schilde 18. 11. 1934). 
3) v. Francois, S.' 164. 3) Cardinall, S. 48. 
^) Frobenius (e), S. 434. 5) Raffenel, S. 353. 
$) Doelter, S. 175 (Lindblom). 
7) Ling-Roth, S. 16 und Abb. 44 ,,bronze-bracelet’* (Lindblom). 
8) Clouzot, S. 156 (Lindblom). ?) Tremearne (b), S. 208. 
1) Palmer (a) S. 114. Vgl. Palmer (B), S. 129, 193 und Abb. bei Meek 
(b), S. 47. 
11) U.A.C.: 32, 247. 
  
 
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.