416 : Sture Lagercrantz:
Wenn wir von ein paar archäologischen Belegen absehen, wird das
Stachelarmband zunächst bei den Bariba!) und den Gurunsi?) angetroffen,
woran sich noch das Vorkommen bei den Moba anschlieÃt?). Cardinall
bemerkt, die Moba tragen âon the right hand a sharply pointed knuckle-
duster, und schon Frobenius hat hervorgehoben, daB ein Mobamann
absolut einen Schlagring â dunken â zu seiner Tanztracht haben muB*)-
Hierzu kommen ein paar Belege von Senegal. Raffenel beobachtete nüm-
lich, wie die Bevólkerung in Bondu und die Fulbe zwischen Faleme
und Gambia einen schweren Kupfer- oder Eisenring am rechten Handge-
lenk trug ,,und hier und da grob zugeschnitzelt, dient er mehr zur Waffe
als zum Sehmuck?)". Die Angabe scheint recht eigentümlich, wird aber
bestätigt von Doelter, der beschreibt wie die Mandingo im Kabugebiet
Ringe ,,mit pyramidalen, stachelfórmigen Erhóhungen'' verfertigen, die
dann als Waffen angewendet werden$).
Der Schlagringtyp, mit dem wir uns hier beschäftigen, ist auch in
Benin vertreten (wo er aus Bronze hergestellt war)') und ebenso, wenn-
gleich in sehr sekundárer Form, in Biskra. In Biskra heit der Schlagring
übrigens souaq5). Was Benin anbelangt, so ist der Schlagring allem
Anschein nach äuÃerst selten gewesen, so weit ich ersehen kann, wird er
in der übrigen Beninliteratur nicht erwähnt.
Bevor wir weitergehen zu den archäologischen Belegen, kann es an-
gebracht sein, die Schlagringe zu nennen, die bei den Haussa â und zwar
speziell den Magazawa â angewendet worden sind, wie auch die Art und
Weise in der sie benutzt wurden. Die Anwendung war nämlich in der
Hauptsache mit Zeremonien verknüpft, die einen magischen oder religiösen
Charakter hatten.
Tremearne beschreibt, wie âin the koraiya, a Magazawa contest,
each arm was encased in leather, and an iron weapon, in shape something
like the rim of a pulley-wheel, was placed upon each wrist, . . . Two youths
then attended each other, and, if both were expert, each would prevent
the other from touching him with the weapon, or if he had plenty of ma-
gani (medicin) he would not be hurt even if he were struck°)â. Palmer hat
sich mit dem Wort bori und dessen Etymologie beschiftigt. Er schreibt
,another Hausa-word that contains the same idea as bori is the word
baura. A baura is a metal bracelet with two sharp rims like flanges
worn on the wrist by players at the game called baura (now practically
obsolete)â. Weiter wird der religiöse Charakter dieses Spieles hervor-
gehoben, daà es mutmaÃlich mit den Einweihungszeremonien zusammen-
gehängt habe, und daà es mit dem Fulanispiel sharro (oder shadi) ver-
wandt ist!°). Von gröÃtem Interesse ist es da, daà ein Schlagring von
dem hier beschriebenen Typ archäologisch von Nubien belegt ist!!), was
darauf hindeutet, daà die baura-Zeremonie ein verhältnismäÃig hohes
Alter gehabt haben kann.
Auch bei den Kyanga und Shanga kommt die baura-Zeremonie vor,
aber die Schlagringe, welche angewendet werden, sind dort von Stachel-
armbandtyp und werden bagussa (âthing to cause fearâ) genannt. Von
1) Menjaud, S. 38 (Schilde 18. 11. 1934).
3) v. Francois, S.' 164. 3) Cardinall, S. 48.
^) Frobenius (e), S. 434. 5) Raffenel, S. 353.
$) Doelter, S. 175 (Lindblom).
7) Ling-Roth, S. 16 und Abb. 44 ,,bronze-braceletâ* (Lindblom).
8) Clouzot, S. 156 (Lindblom). ?) Tremearne (b), S. 208.
1) Palmer (a) S. 114. Vgl. Palmer (B), S. 129, 193 und Abb. bei Meek
(b), S. 47.
11) U.A.C.: 32, 247.