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fullscreen: Zeitschrift für Volkskunde, 81/82.1985/86

Buchbesprechungen 
314 
Dietmar Sauermann, Friederike Schepper, Norbert Kirchner, Schützen 
wesen im kurkölnischen Sauerland. Hrsg.: Sauerländer Schützenbund in Verbin 
dung mit Sauerländer Heimatbund, Arnsberger Heimatbund, Hochsauerlandkreis, 
Kreis Olpe. Arnsberg: Verlag A. Strobel, 1983. 216 S. m. zahlr. Abb. 
Mit dem die 1983 in Arnsberg veranstaltete Ausstellung begleitenden Katalog 
wurde zum ersten Male der Versuch unternommen, einen Überblick über das 
Schützenwesen des ehemaligen kurkölnischen Westfalen zu geben. Der einleitende 
Essay von Dietmar Sauermann arbeitet vor allem den Wandel in der Funktion der 
Schützengesellschaften von der Verteidigungsgemeinschaft zur Bruderschaft und 
zum geselligen Traditionsverein heraus. Der katalogbedingte enge Raum läßt dabei 
leider die Vergleiche mit anderen Schützen-Landschaften oder mit anderen Ver 
einsstrukturen und Festbräuchen kaum zu. Offen bleibt u.a. die Frage, wie weit 
Bruderschaften, die als geselliges Sommerfest ein Vogelschießen veranstalten eo 
ipso als Schützengesellschaften anzusprechen sind. Ebenso verlangt der „Geck 
könig“ noch einer eingehenderen Klärung, da dessen Funktion dem Pritschenmei 
ster bei vielen norddeutschen Gildefesten weitgehend entspricht. Nicht ganz deut 
lich wird in der historischen Übersicht auch zwischen tatsächlichen Schützenkö 
nigen und Ehrenschützenkönigen, für die andere die Schüsse abgeben, unter 
schieden. Zudem bleibt die Einordnung in die allgemeine Geschichte oft recht spär 
lich. So müßte beispielsweise die angeblich „liberale Gesinnung“, die zu Beginn des 
19. Jahrhunderts dem Schützenwesen neuen Auftrieb gegeben haben soll, näher 
spezifiziert werden, zumal hier unterschiedliche lokale Entwicklungen zu berück 
sichtigen wären. Auch die Anmerkungen zur Kleidung bleiben leider an der Ober 
fläche. Dazu eine kleine Ergänzung zu S. 12: Die zitierten „Kogeln“ sind die der 
europäischen Kostümgeschichte bekannten „Gugeln“, die seit dem Mittelalter al 
lerorten auftretende Verbindung von Schulterkragen und Kapuze. 
So bietet der Katalog in seiner einleitenden Darstellung und dem anschließenden 
beschreibenden Verzeichnis der Exponate lediglich eine erste Zusammenstellung 
von Dokumenten zum Schützenwesen dieses Gebietes, die in ihrer umfassenden 
Sichtung jedoch Grundlage zu detaillierterer Forschung bieten kann. 
Hamburg Gisela Jaacks 
Kai Detlev Sievers, Feste in Schleswig-Holstein. Ein lexikalischer Führer durch 
den Jahreslauf. Neumünster: Karl Wachholtz Verlag, 1984. 172 S. m. zahlr. Abb., 
teilw. farbig. 
Nach den in den letzten Jahren zahlreich erschienenen Brauchtumsführern aus 
Süddeutschland meldet sich endlich der angeblich so brauchtumsfeindliche Norden 
zu Wort. Als Vorbild für den neuen Band „Feste in Schleswig-Holstein“ diente 
Günther Kapfhammers „Brauchtum in den Alpenländern“, und wie dort werden 
auch hier die einzelnen Feste lexikalisch nach alphabetischer Reihenfolge vorge 
stellt. Diese Anordnung hat ihre Nachteile. So erscheint demgemäß z.B. die Haff- 
kruger „Fröhliche Aalwoche“ ebenso unter „F“ wie die „Friedrichstädter Fest 
tage“, und — um ein zweites Beispiel zu nennen — ist das „Biikenbrennen“ der 
nordfriesischen Inseln von den entsprechenden „Petrifeiern“ durch über 100 Seiten 
getrennt, obwohl sie eine Festeinheit bilden. Fraglich wird die Zuordnung auch,
	        
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