Volltext: Zeitschrift für Ethnologie der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde und der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, 115.1990

   
  
Zeitschrift für Ethnologie 115 (1990) 
zugeordnet werden, über verschiedene Kapitel verteilt sind. Die Indianerpolitik der USA wird 
beispielsweise ab S. 29 abgehandelt, die daraus resultierenden militärischen Ereignisse jedoch 
erst ab S. 144. Dies bedeutet, daß dabei die chronologische Übersicht verlorengeht. Es wäre des- 
halb wünschenswert gewesen, eine Zeittafel aller wichtigen Ereignisse anzufügen, die die histo- 
rischen Parallelen der nahezu fünfhundert Jahre währenden Beziehungen zwischen Indianern 
und Weißen deutlich gemacht hätte. Trotzdem kann man „Indian-White relations“ als ersten 
von sechs geplanten thematischen Bänden des „Handbook“ nur als gelungen bezeichnen. Mó- 
gen die folgenden ebenfalls von dieser Qualität sein. 
Peter Bolz 
Werobél-La Rochelle, J. M.; Bliss, F.: Einfálle statt Abfille. Recycling-Handwerk in Afrika 
und Asien. Beiträge zur Kulturkunde, Band 13. 153 Seiten mit 91 Abbildungen. Herausgegeben 
vom Politischen Arbeitskreis Schulen (PAS) e. V. Bonn 1989. 
Diese Arbeit setzt sich, wie schon die vorhergehenden Bände dieser Serie, mit einem ent- 
wicklungspolitisch relevanten Themenkomplex auseinander. Von fünf verschiedenen Autoren 
wird das Recycling-Handwerk in Ländern der Dritten Welt dargestellt und analysiert. Dabei se- 
hen die Verfasser diese Arbeit im Zusammenhang mit einer vorher erschienenen Untersuchung 
zu einem verwandten Themenkomplex, die als Band 6 der genannten Reihe veröffentlicht 
wurde [Bliss, Frank und J. M. Werobél-La Rochelle: Angepafite Technologien aus der Dritten 
Welt, Bonn 1986]. 
Insgesamt ist die Arbeit in drei Abschnitte gegliedert, wobei sich der erste Teil mit den 
»Grundproblemen des Recycling* bescháftigt. Dabei werden industrielle Recycling-Techni- 
ken, wie sie auch in den Industrieländern aus Gründen des Umweltschutzes seit einigen Jahren 
praktiziert werden, bewußt ausgeklammert. Die Autoren betonen in diesem Zusammenhang, 
daß in den Entwicklungsländern der Aspekt des Umweltschutzes beim Recycling-Handwerk 
eigentlich kaum eine Rolle spielt, sondern nur ein häufiges „Nebenprodukt“ dieser Wirtschafts- 
branche darstellt. Vorranging sind es ökonomische Gründe, die bei den Menschen eine Ent- 
scheidung zugunsten der Verwertung von Abfällen verursachen. Angesichts des hohen Arbeits- 
kräfteüberschusses und den damit verbundenen Problemen, eine Erwerbstätigkeit zu finden, 
bleibt oft keine andere Möglichkeit der finanziellen Existenzsicherung. Immerhin aber schafft 
dieser Wirtschaftsbereich Arbeitsplätze, und ein weiterer positiver Effekt ist, daß durch den 
Verkauf von Recycling-Produkten der einkommensschwachen Bevölkerung billige Konsum- 
güter zugänglich gemacht werden, auf die sie ansonsten verzichten müßte. Hervorgehoben wird 
dabei von den Autoren, daß Recycling-Nachbauten meist „nicht nur billiger als das Original, 
sondern technologisch bedeutend angepaßter“ sind (S. 13). Das Abfall-Recycling wird in die- 
sem ersten Abschnitt der Arbeit nicht nur von seiner wirtschaftlichen und technischen Seite her 
beleuchtet, sondern auch in Beziehung zu den Komplexen Modernisierung und Entwicklungs- 
politik gesetzt. Es wird hervorgehoben, daß diese Wirtschaftsbranche, wenn auch meist dem 
informellen Sektor zugehörig und somit häufig außerhalb der Legalität, insgesamt dem Streben 
der Staaten der Dritten Welt nach ökonomischer Entwicklung nicht entgegensteht, ja diese teils 
sogar fördert. Bezüglich des Komplexes Entwicklungspolitik wird die bisherige Vernachlässi- 
gung des Abfall-Recycling kritisiert und „Ansätze für eine sinnvolle Entwicklungszusammen- 
arbeit“ (S. 38) vorgestellt. 
In dem zweiten Teil dieses Bandes werden aus den fünf Bereichen „Haushalt; Ackerbauge- 
  
  
  
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.