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in der Kegel nur den Gegendruck gegen die greifenden Finger aus.
doll er ausnahmsweise zum Greifen herangezogen werden, dann ist er
mit D bezeichnet. Ein Führungsstrich zeigt den Weg eines in eine höhere
oder tiefere Lage gleiten den Fingers. Ein offener King macht auf die
leere Saite aufmerksam, welche als die klingende Brücke nicht ab—
gedämpft werden darf. Dem Zweck entsprechend wurde bei Feststellung
der Tonarten die tiefe, die Baritonlage bevorzugt. Gewünschten Falles
läßt sich die Tonart durch Aufsetzen des Capodastro leicht in eine be—
liebig höherklingende verwandeln. Ein entgegengesetzter Effekt ist nicht
zu erreichen. Notenkenntnis und Rhythmus vorausgesetzt, dürfte das
Hesagte genügen, den Spieler über das Nötigste aufzuklären. Wer
weiter lernen will, sei auf „Die Kunst des Gitarrespiels, auf Grund—⸗
lage der Spielweise der alten Lautenschläger“ verwiesen.')
Wie gute Gitarren und Cauten
beschaffen sein sollten!
zum Schluß noch ein paar beherzigenswerte Worte über die
richtige Beschaffenheit einer guten Gitarre. Soll das Instrument
vorwiegend zur Begleitung des Gesanges dienen, dann wähle man
eine große Form. Die gewöhnliche Achterform ist bei weitem den
von ihr abgeleiteten, meist bizarr wirkenden Formen vorzuziehen.
Eine Mechanik zum Aufziehen der Saiten wirkt geradezu tonmor⸗
dend. Am besten sind Holzwirbel. Jede halbwegs geschickte Hand
lernt bald damit umgehen. Den meistgebräuchlichen Knöpfen ist
ein Steg zum Anknüpfen der Saiten vorzuziehen, weil der Ton freier
and voller wird. All und jede Verzierung, Perlmutter, Elfenbein—
*) Nach dieser in Leipzig bei Friedrich Hofmeister (früher Verlag von Georg
D. W. Callwen, München) erschienenen Schule unterrichten in München ausgebil—⸗
dete Lehrer und Lehrerinnen u. a. in Göttingen, hannover, Barmen, Straßburg,
Heidelberg, Bonn, München, Berlin, Stettin, Hamburg, Dessau. Die Schule wurde
bisher eingeführt an der K. M. Akademie für Musik und darstellende Runst in
Wien, sowie an den Musik-KRonservatorien in Barmen und in Köln. Für Studenten
und Wandervögel erschien eine kleine volkstümliche Lauten- und Gitarre⸗Schule
mit über 75 der schönsten Volkslieder.