Volltext: Tribus, 10.1961,N.F.

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Hellmut Brunner 
1. 
Bei der Mumifizierung waren die Eingeweide, da sie sich nicht entwässern ließen 
wie die übrigen Fleischteile, aus dem Körper zu entfernen. Das geschah durch einen 
Schnitt in der unteren linken Bauchseite. Aber auch sie wurden, in einer Natronlösung 
schwimmend, der Bestattung mitgegeben, und zwar in vier Eingeweidekrügen, die die 
ältere Ägyptologie „Kanopen“ genannt hat. Der Name beruht auf einer Ähnlichkeit 
dieser Krüge mit einem bestimmten Bild des Gottes Osiris, wie es in der Küstenstadt 
Kanopos in hellenistisch-römischer Zeit verehrt wurde und wie es die antiken Autoren 
beschreiben. In beiden Fällen, bei dem Osiris von Kanopos wie bei den Eingeweide 
krügen, sitzt ein Kopf auf einem vasenartigen Gefäß. Freilich wechselt in der langen 
ägyptischen Geschichte die Form dieser Kanopendeckel: In der Pyramidenzeit sind sie 
glatt, ohne figürliche Ausgestaltung, in der ersten Zeit des Imperiums haben alle vier 
Krüge gleichermaßen Menschenköpfe, dann aber werden die vier Krüge entsprechend 
den vier Genien, die den Schutz der Eingeweide übernehmen, differenziert, was sich in 
Abb. 1. Eingeweidegefäß 
des Huti, um 1300 v. Chr. 
Alabaster. Inv. 33 048.
        

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