Volltext: Tribus, 10.1961,N.F.

Spiegel- und Nagelplastiken vom unteren Kongo im Linden-Museum 17 
direkt als Harz bezeichnet. Das gleiche Material wird für den Aufbau des Kopfputzes, 
der ebenfalls magische Substanz enthält oder enthalten kann, für die Darstellung von 
Pupillen auf Porzellan- oder Steingutstücken, die als Augen eingesetzt sind, und zur 
Befestigung der als Augen eingesetzten Glas-, Spiegel-, Porzellan- oder Steingutstücke 
benutzt. Die Spiegelkästen usw. sind oft schwarz, können aber auch grau oder mit 
Lehm beschmiert sein. 
1. Nagelplastiken in Tier gestalt 
29 634. Männliches, vierbeiniges Tier. Der Kopf ist vorgestreckt, die Schnauze 
leicht gehoben und geöffnet. Im Maul sind die Zahnreihen sichtbar. Auf jeder Seite 
sind unten ein, oben zwei Reißzähne. Zwei Glasstücke sind als Augen eingesetzt. Um 
den Hals trägt die Figur einen Eisenring. Der nach hinten gestreckte Schwanz ist 
spiralig eingerollt. Auf dem Rücken der Plastik ist ein Spiegelkasten befestigt. In 
Rücken und Seiten sind Eisenstücke und Nägel eingeschlagen. Auch Spuren entfernter 
bzw. abgebrochener Eisenstücke sind sichtbar (siehe Abb. 2). 
Höhe: 17,5 cm; Länge: 57 cm. Herkunft: Yombe. Sammlung R. Visser. 
29 635. Männliches, vierbeiniges Tier. Der Kopf ist nach unten vorgestreckt. Im 
geöffneten Maul sind beiderseits oben und unten je zwei Reißzähne und dahinter 
Reihen kleinerer Zähne sichtbar. Zwei Glasstücke sind als Augen in den Kopf ein-
        

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