Volltext: Baessler-Archiv, 10/13.1926/29

RUINEN, HÖHLEN UND GRÄBER 
FUNDE IN DER ÖSTLICHEN 
SIERRA DE LA MIXT EGA 
VON 
C. A. PURPÜS, ZACUAPAM (CANTON HUATUSCO, VERACRUZ). 
MIT ANMERKUNGEN VON EDUARD SELER 
Wenn man von Tehuacan aus, einer kleinen Stadt im südlichen Teile des Staates 
Puebla, den Blick nach Südwesten richtet, so sieht man eine Kette domförmig gewölbter 
Berggipfel, die sich über die breite, nach Süden sich abdachende Talfläche erheben, in der 
die Bahnlinie von Puebla nach Oaxaca führt. Diese Bergkette, die in ihren Gipfeln, dem 
Cerro de Paxtla und dem Cerro de Santa Lucia, zu der ansehnlichen Höhe von 3000m 
ansteigt, ist der östliche Ausläufer der Sierra de la Mixteca, die im Westen mit der 
Sierra Madre del Sur zusammenhängt, wo noch höhere Bergspitzen aufragen, die dort die 
Grenze zwischen den Staaten Puebla und Oaxaca bilden. Es ist ein Kalkgebirge. Die Ab 
hänge sind in ihrem unteren Teile mit niedrigem Buschwerke, mit riesigen Säulenkaktussen, 
Agaven usw. bedeckt, während auf den Gipfeln Eichen, Palmen und baumartige Liliaceen 
kleine Bestände bilden. 
Zu dem Kamme dieses Gebirges, und zwar zu dem oben genannten Cerro de Paxtla, 
führen mehrere Gebirgspfade in vielen Windungen empor. Auf der Westseite absteigend, 
gelangt man zu einigen kleinen Indianerdörfern, in denen ich mich vor einiger Zeit mehrere 
Jahre hintereinander vier bis fünf Monate aufhielt, um die Flora des Gebirges, die noch ganz 
unbekannt war, kennen zu lernen und zu erforschen. 
Die Dörfer führen mexikanische Namen — San Luis Tultitlanapan, San Luis 
Atolotitlan, Coatepec, Caltepec, Tlacuiloltepec 1 . Die Bewohner aber sind 
Popoloca, d. h. „Fremdsprachliche Barbaren“, die eine von der mexikanischen grund 
verschiedene Sprache reden. Sie selbst nennen sich Chuchon, und ihre Sprache wird als der 
der Zapoteken und Mixteken verwandt betrachtet. Sie bewohnen noch jetzt die genannte 
Sierra, untermischt mit Mixteken und mit Spanisch redenden Mischlingen, sollen aber in 
alter Zeit über Tehuacan und Tecamachalco bis an den Fuß des Cerro de laMalinche, 
des alten, heiligen, der Wassergöttin Matlalcueye geweihten Berges verbreitet gewesen 
sein. Zur Zeit des Cortes sollen ihrer in der Sierra de la Mixteca 30000 Seelen gezählt worden 
sein. Und daß diese Angabe ungefähr der Wahrheit entspricht, ergibt sich aus der Menge der 
Ruinen, der Reste alter Wohnstätten und der höchst intensiven Bodenkultur in diesem 
Gebirge, wie wir später sehen werden. 
1 Tultitlanapan „zwischen den Binsen, am Wasser“; Hausberge“; Tlacuiloltepec „am bemalten Berge“. 
Atolotitlan „wo das Wasser verschluckt wird“; Seler. 
Coatepec „am Schlangenberge“; Caltepec „am
	        
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