Volltext: Baessler-Archiv, 10/13.1926/29

AUG. EICHHORN 
Der Dolch wurde Dr. Arning „ von der aus Lahaina, Maui, stammenden und zum 
Clan der Königin Emma gehörenden Ihii mit dem Bemerken gebracht, daß sie dasselbe 
erst nach fünfmonatlichem beständigen Bitten von dem Besitzer erlangt habe. Dieser ist 
Nachkomme eines Kahu (retainer) des letzten Königs von Maui namens Kahekili, des 
Gegners Kamehameha L; die heilige Waffe war in dessen Familie seit vielen Generationen, 
mindestens 200 Jahre. Nach Kahekili’s Überwindung floh der damalige Inhaber des Dolches 
mit ihm nach Kauai, und dort hat er einige seiner Feinde damit ermordet. Diese Dolche 
wurden zum gewöhnlich bei Nacht begangenen Meuchelmorde, weniger in der Feldschlacht 
benutzt. 
VI 8858. Mahuna Кара zur Zauberei. 
Feine gelbbraune Кара mit Schlagmuster: parallele Streifen mit cm Entfernung 
untereinander; ohne Druckmuster. 50 cm lang und im Mittel 31 cm breit. Aus dem Nach 
laß der Königin Emma. Kahunakapa. 
„Findet sich bei manchen alten Natives als kostbare Reliquie und dient zur Zauberei 
und Medizin.“ 
VI. 8846. Mamukukapa zur Geisterbeschwörung. 
Aus roter und grauer Кара zusammengeklopft, so daß die rechte Seite rotgrau er 
scheint. Schlagmuster (Wasserstempel) Abb. 52. 
2,83 m lang, 0,85 m breit. Kauai. 
„Diese Кара dient den Kahunas 1 zur Be 
schwörung der Geister und zum Bannen der 
Krankheitsdämonen. Sie wurde mit der linken 
Abb. 52. Wasser- Hand aufgenommen, über dem Kranken hin 
stempel im Bastzeug. und herbewegt, dann plötzlich fortgeschnellt 
und mit der rechten Hand ausgeklopft. Sie ist Abb. 53. olona-Geflecht. 
zu diesem Zweck seit alter Zeit in Kauwiliwili, 
Kauai, in Gebrauch gewesen.“ 
VI 8371. Olona-Netzgeflecht; benutzt bei Beschwörungen. Abb. 53. 
Aus Olona-Faser, der Geflechtsfetzen stammt von einem alten Federmantel. Von den 
in kleinen Büscheln eingeknüpft gewesenen Federchen sind nicht einmal Reste erkennbar. 
Ursprünglich 16 x 25 cm. Kaneohe; Oahu. 
„Das Stück diente bis in die neueste Zeit hinein einem alten Kahuna in Kaneohe 
(Oahu) bei seinen Beschwörungsformeln. Der Gebrauch wurde in folgender Weise angegeben: 
Das sorgfältig in ein Stück Zeug eingewickelte Netzstück wurde von seiner Hülle befreit 
und flach auf den Boden gelegt; auf jede Seite wurde eine Kokosnußschale zum Awa-Trinken 
gestellt. Nach verschiedenen Manipulationen mit den Fingern, Streichen über das Stück 
Netz und Abschütteln in den Awa-Trank senkte der niederhockende Kahuna sein Gesicht 
dicht auf das Netz und trug mit starker Stimme eine Inkantation gegen dasselbe vor. 
Zu solchen Zaubereien dienen vielfach die unansehnlichsten Stücke: alte Holzsplitter, 
Knochensplitter, Steine ohne bestimmte Form, meistens schwarze Ala-Steine ec.“ VI 
VI 8880 a bis c. Kace-Bohnen, zu Beschwörungen und Vergiftungen. Abb. 54. 
Die Bohne stammt von einer Schlingpflanze, einer Leguminose mit violetten Blüten. 
Eine Bohne in der Samenhülse wird von den Hawaiiern als Kamm, Kalei-loa, getragen; 
die enthülste Bohne poliert man und verwendet sie zu Zierat. 
1 Priestern.
        

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