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Volltext: Baessler-Archiv, 10/13.1926/29

Die Bauernhochzeiten in der Lüneburger Heide . 
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Sind diese unter fröhlichem Essen und Trinken verladen und glücklich an ihren Bestimmungsort gefahren , so werden sie sofort untergebracht und aufgestellt . Eine Polterabendfeier in der bekannten Weise — mit führungen und Hersagen yon Gedichten — ist nicht gebräuchlich . Yer - gleichen lässt sich höchstens der frühere , jetzt aber wohl ganz in Wegfall gekommene Brauch , class am Abend dieses Tages die ermüdet von ihren Wanderungen heimkehrenden Hochzeitsbitter der Köchin ein sogenanntes „ Küchenlied " aufzusagen pflegten . Hierauf wurden für sie zwei Lehnstühle mit hochaufgestapelten Kissen herbeigeschleppt , sie stiegen — oft mit Hilfe einer Leiter — oben hinauf und liessen sich da in fürstlicher Weise dienen . Ein derartiges „ Küchenlied " — man könnte es passend zur Gattung der „ Schlemmerlieder " rechnen — möge in der leider stark stümmelten Form , in der es noch im Gedächtnis einiger alter Leute lebt , hier folgen : 
„ Nun hab' ich meine Bitte vollbracht , 
Nach meiner Meinung recht gut gemacht . 
Ich habe gebeten Juden und Heiden , 
Türken und Christen — — — — — — — — 
In vielen Häusern hab' ich gefragt , 
Doch haben mir nicht viel zugesagt : 
Die einen waren aufs Feld hinaus , 
Der andere war auf einen Schmaus , 
Der dritte aber war garnicht zu Haus . 
Ich habe aber wohl vernommen , 
Es werden doch Leute genug kommen . 
Nun hab' ich der Frau Köchin noch etwas zu sagen 
Will sie meine Bitte gewähren , 
Geb' sie mir einen gebratenen Hasen zu verzehren 
Oder ein zugerichtetes Rebhuhn , 
Oder Berghuhn kann es auch thun . 
Und dann will ich haben eine Pfeife Tabak 
Ein Pfund Fliegenfett und ein Pfund Mückenfett , 
Damit ich die wunden Füsse einfett' . 
Dann will ich haben einen Stuhl mit zwei Lehnen 
Auch sechs Dutzend Kissen , 
Damit ich nach der langen Reise mich kann erfrischen ! " — — Und damit sage ich Euch allen „ Guten Abend ! " 
Unter den mit diesen letzten Worten Angeredeten befinden sich auch die Gäste , gewöhnlich näher stehende Verwandte , die sich mit ihren schenken — meistens nützlichen Haushaltungsgegenständen — bereits am Donnerstag im Haus des Bräutigams eingestellt haben , wo jene übersichtlich aufgebaut werden , um am eigentlichen Hochzeitstage weitere Bereicherung zu erfahren . Yorausgreifend sei hier bemerkt , dass die Hochzeitsgabe der
	        
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