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Volltext: Baessler-Archiv, 6=31.1958

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Krickeberg, Spätperuanische Kleinplastik 
Abb. 35. Figur auf dem geschlos 
senen Ausguß eines schwarzen 
Doppelgefäßes aus Ton. Pacha- 
camac. M. f. V., Berlin. (Nach 
Max Schmidt) 
der Mochica-Epoche dargestellt; daß 
sie zweifellig waren, was man früher 
bezweifelte, ist durch die Auffindung 
wohlerhaltener Originale in Gräbern 
der peruanischen und chilenischen 
Küste bewiesen worden. Sie waren 
auch auf dem Hochland zur Inka-Zeit 
bekannt und sind, nur wenig ver 
ändert, noch heute bei den Chipaya- 
Indianern Boliviens in Gebrauch 144 . 
Unter den übrigen Berliner Exempla 
ren erwähne ich zunächst ein schon 
von Seler abgebildetes, angeblich aus 
Cuzco stammendes 145 , auf dessen ge 
schlossenem Ausguß ein Mann mit an 
gezogenen Knien sitzt, der eine abge 
stumpft-kegelförmige Mütze trägt; er 
ist erschöpft von der Last, die ihm an 
einem Halsband auf den Rücken her 
abhängt, denn er stützt seine Rechte 
auf den Boden und lockert mit der 
Linken das Halsband, das ihm die Kehle zuschnürt. Bei einem anderen 
Doppelgefäß, das aus Chuquitanta stammt (Abb. 36), sitzt an der gleichen 
Stelle ein Krieger, der offenbar nach einem Feind ausschaut. Er hat die Beine 
bequem ausgestreckt, läßt seine Rechte auf der griffbereit neben ihm liegen 
den Kolbenkeule ruhen und hält die Linke über seine Augen; auch in dem 
vornübergeneigten Körper drückt sich vortrefflich seine gespannte Aufmerk 
samkeit aus. Da der Lastträger des ersten Gefäßes nackt, der Krieger des 
zweiten mit einer Schambinde bekleidet ist, kann man annehmen, daß die 
Tracht in einer gewissen Beziehung zur sozialen Stellung der wiedergegebenen 
Figuren stand. Das Figürchen auf einem dritten Berliner Gefäß (Abb. 37, 
Fundort unbekannt) erinnert an den zwerghaften Diener des Buckligen, den 
wir bereits unter den inkaischen Metallfiguren kennengelernt haben (Abb. 4). 
Auf unserem Tongefäß sitzt der Mann aber auf dem Boden und hält die 
Chicha-Amphore waagerecht, wohl um einem unsichtbaren Zecher den Becher 
144 Izikowitz 1935, 184 f. Abbildungen inkaischer Festzüge (an einem nimmt 
die trommelspielende Koya teil) bei Poma de Ayala 1936, 242 und 258. 
145 Seler 1893, Taf. 40 (6): Trujillo (Chanchan). Der Museumskatalog verzeichnet 
als Herkunftsort Cuzco.
	        
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